Die Gentechnik - im Alltag allgegenwärtig
Die Gentechnik - im Alltag allgegenwärtig
Die Gentechnik ist im heutigen Alltag in allen Lebensbereichen vertreten, ohne dass es dem Einzelnen bewusst ist. Die Gentechnik wird auch als Biotechnologie bezeichnet, wobei eine Unterteilung in die grüne, rote und weiße Biotechnologie stattfindet.
Die grüne Gentechnik
Die grüne Biotechnologie ist in der Landwirtschaft angesiedelt, wo mit gentechnischen Verfahren optimierte Pflanzengattungen geschaffen werden. Solange es Landwirtschaft gibt, bestehen auch Verfahren der Gentechnik, nur dass diese den damaligen Landwirten nicht bewusst war. Aber durch Kreuzungen und Rückkreuzungen bestimmter Pflanzengattungen, mit dem Ziel besserer Erträge und besserer Wiederstandsfähigkeiten gegen Krankheiten und Umweltweinflüsse, fand auch damals schon eine Manipulation der Pflanzen statt. Heute sind die Verfahren mit Hilfe der Enzyme wesentlich zielgerichteter, auch die Auswirkungen der gentechnischen Verfahren können aufgezeichnet und ausgewertet werden.
Die rote Gentechnik
Ein großer Bereich der Gentechnik ist die rote Biotechnologie. Diese Farbe ist der Farbe des Blutes zugeordnet, umfasst also den medizinischen Bereich. Nachdem die Gesamtheit aller menschlichen Gene aufgeschlüsselt war, konnte dieses Wissen gezielt dafür eingesetzt werden, vor allem die Forschung und Entwicklung wirksamer Medikamente zur Behandlung schwerer oder chronischer Erkrankungen voranzutreiben. Nur durch das Verständnis des großen Ganzen gelingt es der Medizin heute, große Fortschritte zum Beispiel in der Krebstherapie zu erzielen. Die modernen Krebsmedikamente sind eher in der Lage, die Krankheit punktgenau zu bekämpfen. Gleichzeitig treten die sonst so kräftezehrenden Nebenwirkungen immer seltener auf oder bleiben sogar ganz aus. Die Infektionsrate der Krebspatienten konnte durch neue therapeutische Verfahren ebenfalls herbgesenkt werden.
Nicht nur in der Krebstherapie, sondern auch bei Erbkrankheiten und chronischen Erkrankungen wie Diabetes konnte die Gentechnik zu zielgerichteteren Therapieverfahren beitragen. So wird das moderne Insulin gentechnisch hergestellt und basiert nicht mehr auf dem Insulin von Schweinen oder Rindern. Da der Aufbau des tierischen Insulins dem des Menschen nicht identisch war, hatten viele Diabetiker Unverträglichkeiten zu beklagen.
In der Medizin werden hauptsächlich Bakterien, die gentechnisch verändert wurden, zur Herstellung von Medikamenten, aber auch von Impfstoffen und Vitaminpräparaten verwendet. Rund 100 Wirkstoffe, die dem gentechnischen Labor entspringen, sind in Deutschland mittlerweile als Bestandteil von Medikamenten zugelassen. Diese Medikamente behandeln neben Krebs und Diabetes auch Herz-Kreislauferkrankungen, Anämien und die Bluterkrankheit.
Mit Hilfe der Gentechnik soll das therapeutische Klonen vorangetrieben werden, welches als Hoffnungsträger für die Transplantationsmedizin gilt. Indem im menschlichen Körper bestimmte Zellen gezielt gentechnisch verändert werden, soll der Heilungsprozess gefördert werden.
Die weiße Gentechnik
Der dritte Bereich der Gentechnik umfasst die sogenannte weiße Biotechnologie, die der Industrie zugeordnet ist. Hier soll die Gentechnik dazu beitragen, Produktionsprozesse umweltfreundlicher zu gestalten. In vielen industriellen Bereichen setzt die Gentechnologie auf Enzyme. Sie werden beispielsweise Waschmitteln zugesetzt, damit die Kleidung auch bei niedrigen Waschtemperaturen sauber wird. In der Jeansherstellung haben Enzyme die guten alten Bimssteine längst abgelöst. Der gefragte Stone-Wash-Effekt ist derselbe. Die Ledergerbung erfolgt ebenfalls auf der Basis von Enzymen. Bei der Herstellung von Reinigungssubstanzen sowie Chemikalien ist das Wissen der Genforschung von großem Nutzen. Des Weiteren umfasst die weiße Biotechnologie die Herstellung von Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln.
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