Bio statt Gentechnik - mehr als eine Alternative
Bio statt Gentechnik
Bio-Lebensmittel liegen im Trend. Verbraucher stützen sich auf Studien, die den höheren Vitamin- und Nährstoffgehalt biologischer Produkte darlegen. Tatsächlich ist in vielen Fällen der Gesundheitswert von Bioprodukten höher. Allerdings kann beim Bioanbau auch ein gegenteiliger, unerwünschter Effekt eintreten. Wenn auf chemische Pflanzenschutzmittel gänzlich verzichtet wird, können die Pflanzen eher von Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Das wiederum lässt die Konzentration von Pflanzengiften in den betroffenen Pflanzen steigen, sodass eher eine die Gesundheit beeinträchtigende Wirkung entsteht.
Diese gegenteilige Wirkung ist glücklicherweise aber eher die Ausnahme. Auch geschmacklich sind Bioprodukte kaum zu toppen, weshalb trotz höherer Preise der Absatz stetig steigt. Aufgrund des hohen Aufwands sind die höheren Preise aber durchaus berechtigt. Da die Nachfrage das Angebot reguliert und immer mehr Verbraucher auf Bioprodukte zurückgreifen, wundert es wohl kaum, dass immer mehr Landwirte auf diesen Zug aufspringen. In den vergangenen Jahren ist eine konstante Zunahme von biologisch arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben zu beobachten, die alte Traditionen wieder aufleben lassen.
Die ökologische Landwirtschaft grenzt sich dabei deutlich von der konventionellen Landwirtschaft ab. Es wird darauf verzichtet, beim Ackerbau Pflanzenschutzmittel auf chemischer Basis einzusetzen. Auch mineralische Dünger, sofern diese chemisch hergestellt wurden und gentechnische Verfahren sind in der ökologischen Landwirtschaft nicht erlaubt. Lediglich mineralische Dünger, die in der Natur vorkommen, sind zur Verbesserung der Bodenqualität erlaubt. Darüber hinaus arbeiten Ökobetriebe mit tierischen und pflanzlichen Abfällen, die im eigenen Betrieb anfallen. Gut aufeinander abgestimmte Fruchtfolgen tragen zur Bodenverbesserung bei. Monokulturen sind beim ökologischen Landbau nicht üblich. Gedüngt wird mit Gülle, Mist und Gründüngung. Als Pflanzenschutzmittel sind pflanzliche Jauchen wie Brennnesseljauche oder Pflanzenextrakte erlaubt, des Weiteren Ölemulsionen, die keine chemisch hergestellten Insektizide enthalten. Pyrothrunextrakte sind nur erlaubt, wenn diese kleine synthetischen Pyrothroide enthalten. Als Fungizid ist im Bedarfsfall Netzschwefel zugelassen, zum Beizen von Saatgut (was der Vermeidung von Pilzerkrankungen an Gemüsepflanzen dient) dürfen in bestimmten Fällen Kupfersalze eingesetzt werden.
Nicht nur im Ackerbau, sondern auch hinsichtlich der ökologischen Viehzucht bestehen strenge Auflagen. Dass die Tiere artgerecht gehalten werden sollen, versteht sich von selbst. Dazu gehören genug Platz, Licht und Luft in den Ställen sowie ausreichend Möglichkeiten zur Bewegung. Die Tiere dürfen in ihren Ruhephasen nicht gestört werden, etwa durch ständige künstliche Dauerbeleuchtung wie das bei den meisten Massentierhaltungen der Fall ist. Die Fütterung der Tiere erfolgt ausschließlich mit Produkten, die einem ökologischen Landbau entspringen. Tierproteine als Futtermittel, ob nun separat gegeben oder unter das Futter gemischt, sind untersagt. Eine gesunde Ernährung und bestmögliche Umweltbedingungen sollen dafür sorgen, dass Krankheiten eher die Ausnahme bleiben. Bei Säugetieren sind bestimmte Stillzeiten vorgegeben, die auf jeden Fall respektiert werden müssen. Sollten doch einmal Tiere erkranken, erfolgt die Behandlung wo irgend möglich mit natürlichen Spurenelementen oder homöopathischen Medikamenten. Antibiotika und chemische Medikamente werden nur dann gegeben, wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg versprechen. Die prophylaktische Gabe dieser Mittel ist untersagt. Weiterhin verboten sind Maßnahmen zur Förderung oder Regulierung der Fruchtbarkeit sowie Mittel, die das Wachstum fördern. Nicht zuletzt sind gentechnische Verfahren absolut tabu. Bei erforderlichen Transporten der Tiere sollen diese dem geringstmöglichen Stress ausgesetzt werden. Die Verwendung von Beruhigungsmitteln ist nicht erlaubt.
Damit Bio-Lebensmittel ihren natürlichen Geschmack behalten, dürfen vor der Abgabe in den Handel oder beim Direktverkauf keine Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder sonstige künstliche Aromastoffe zugesetzt werden.
Damit alle diese Vorgaben auch eingehalten werden, finden regelmäßige Kontrollen der ökologischen Landwirtschaftsbetriebe statt. Damit können Verbraucher sich sicher sein, auch die erwartete Qualität zu erhalten. Wer Bioprodukte kauft, die mit dem Siegel der bekannten Bio-Anbauverbände versehen sind, kann diese mit gutem Gewissen genießen. Wenn die Gentechnik sicher auch viele Vorteile birgt, so beweisen doch die zahlreichen Biobetriebe, dass Gesundheit und Genuss auch ohne sie auskommen.