Die Entwicklung der Gentechnik

Die Entwicklung der Gentechnik von ihren Anfängen

Gentechnik ist gar nicht so neu, wie viele denken. Bereits vor rund 8000 Jahren versuchten die Menschen mit denen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gentechnische Veränderungen an Pflanzen vorzunehmen. Dabei wurde auf Strahlungen oder Mutanten zurückgegriffen, um Pflanzen nach den eigenen Vorstellungen umzuformen. Ziel dieser Veränderungen des Erbguts waren höhere Erträge sowie eine gewisse Resistenz gegen Krankheiten wie Pilze, um auch dadurch die Erträge zu sichern. Die Erfolgsquote dieser frühen Versuche war zwar sehr gering, dennoch wurden diejenigen Pflanzen, die die erwünschten Eigenschaften aufwiesen, konsequent weitergezüchtet. Aufgrund geringen technischen Standards konnten damals keine Untersuchungen durchgeführt werden, ob die veränderten Getreidearten auch unerwünschte bis schädliche Eigenschaften aufwiesen.

Wirklich ernsthaft betrieben wird die Gentechnik erst seit Anfang der 70er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt stießen die Wissenschaftler Ellen Taylor und Ray Wu auf sogenannte Restriktionsenzyme. Diese Enzyme machten es möglich, aus einem DNA-Strang bestimmte Segmente mit gewünschten Eigenschaften herauszutrennen und diese mit einer weiteren Fremd-DNA zu kombinieren. Drei Jahre nach der Entdeckung des Restriktionsenzyms gelang es den Wissenschaftlern, aus zwei DNA-Strängen gegen Antibiotika resistenter Bakterien eben diese relevanten Abschnitte herauszutrennen und in ein drittes Bakterium einzubauen. Ergebnis war ein transgenes Bakterium, welches die Eigenschaften der beiden eingeschleusten DNA-Abschnitte aufwies und somit eine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika aufwies. Es war erstmals gelungen, die DNA nach eigenen Wünschen zu verändern.

Nach diesem Durchbruch war die Entwicklung der Gentechnik nicht mehr aufzuhalten. Die rasante Forschung erforderte aber auch gewisse Sicherheitsauflagen, die im Jahre 1975 auf der Asilomar-Konferenz in Kalifornien diskutiert und beschlossen wurden. An dieser Konferenz nahmen 140 Molekularbiologen aus insgesamt 16 Ländern teil. Vorreiter staatlicher Gesetzesvorgaben waren die USA, weitere Länder folgten im Laufe der Jahre diesem Beispiel. Bereits zwei Jahre nach der Gesamtkonferenz konnte ein menschliches Protein gentechnisch hergestellt werden. Ebenfalls im Jahr 1977 gelang die DNA-Sequenzierung. Hierfür erhielten im Jahre 1980 die Forscher Frederick Sanger, Allan Maxam und Walter Gilbert den Nobelpreis für Chemie. Die drei Forscher hatten jeweils unabhängig voneinander zur Entwicklung dieser effizienten Methode der Sequenzierung beigetragen.

1982 gelang Forschern in den USA die Entwicklung eines Insulin-Präparats auf gentechnischer Basis. Diabetiker, die auf Tierinsulin mit Empfindlichkeitsreaktionen oder Unverträglichkeiten zu kämpfen hatten, konnten nun schonender behandelt werden. Das bis zu diesem Zeitpunkt hergestellte Insulin wurde aus Kühen oder Schweinen gewonnen und entsprach in seinem Aufbau nicht dem menschlichen Insulin. Nachdem im selben Jahr die DNA-Sequenz eines Virus vollständig entschlüsselt werden konnte, begannen die Forscher im Jahre 1990 mit der Aufschlüsselung der menschlichen DNA und leiteten die erste Gentherapie an einem Menschen ein. Obwohl die Sequenzierung entgegen der Behauptung der Firma Celera im Jahre 2001 noch nicht komplett abgeschlossen war, sorgte 2002 die Geburt des ersten Primaten, dessen Keimbahn genetisch verändert wurde, weltweit für Aufsehen.

Auch im Bereich der sogenannten grünen Gentechnologie erzielten die Forscher rasante Fortschritte, die aber nicht immer auf Gegenliebe stießen. Die Entwicklung von gentechnisch veränderten Tomaten im Jahr 1994 sowie die Produktion von transgenen Sojabohnen im Jahre 1996 riefen die Umweltschützer auf den Plan. Nachdem die ersten Gen-Sojabohnen aus den USA ihren Weg nach Deutschland fanden, entfachten heftige Diskussionen über das Pro und Kontra der landwirtschaftlichen Gentechnik, die bis heute anhalten.

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